Die Landwirtschaft kehrt in die Städte zurück. Dieser Trend ist Ausdruck einer Neuinterpretation und Neuaneignung des öffentlichen Raums der verdichteten Städte. Urbane Landwirtschaft schafft und kultiviert städtisches Grün – nicht nur für Kontemplation, sondern auch für sinnvolle Betätigungsfelder wie den Anbau eigener, gesunder Lebensmittel. Sie bietet darüber hinaus Raum für neue Formen zivilgesellschaftlichen Engagements, auch von unterprivilegierten Menschen, die darüber mehr Bedeutung für Prozesse der nachhaltigen Stadtentwicklung erlangen könnten. Neben den Interkulturellen Gärten gibt es eine Reihe von Akteuren, die in Nachbarschaftsgärten, Krautgärten, Selbstversorgerprojekten oder auf Kinderbauernhöfen mitten in der Stadt grüne Oasen und neue Sichtweisen auf Urbanität schaffen. Die soziale Wirklichkeit zeigt, dass Subsistenzaktivitäten wie die Kleinstlandwirtschaft auch und gerade in der Stadt mehr und mehr zum „Lifestyle-issue“ eines jungen, urbanen Milieus werden, für das Autonomie nicht nur politisch reklamiert, sondern auch materiell erfahren werden will. Wenn auch zuweilen nur temporär (Es ist deine Stadt. Grab sie um! Artikel in: Münchner Stadtgespräche, Mai 2008 von Andreas Bauer).

Werkstattgespräch – Urbane Landwirtschaft
Viele Menschen bauen mitten in der Stadt Lebensmittel an. Im dritten Werkstattgespräch "Urbane Subsistenz" der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis gaben die ReferentInnen im Oktober 2008 in München einen tiefgründigen Einblick in die Vielfalt des Gärtnerns in der Stadt. Es zeigte sich eindrucksvoll, wie Selbsternteprojekte, Kiezgärten und Interkulturelle Gärten über den Anbau von Lebensmitteln in der Stadt Themen wie Stadtökologie, Belebung der Nachbarschaft, Ernährungssouveränität oder Gesundheit neu beleuchten.