Ein Forschungsteam an der Universität Kassel ist im Rahmen seiner Forschungsarbeit Solidarische Ökonomie und ihre Bedeutung für die Entwicklung sogenannter strukturschwacher Regionen auf neue und alte Formen solidarischen Wirtschaftens gestoßen. Die gemeinschaftliche Nutzung von Weiden, Gewässern und Wald (Allmende, Interessentenwälder) insbesondere in den ländlichen peripheren Gebieten ist eine bewährte Tradition, die sich seit den 1970er Jahren mit neueren Formen von Gemeinschaftsgründungen verbindet.
Gleichzeitig sind diese Praxen, die die Grundlagen für eine eigenständige regionale Entwicklung und wirtschaftliche Strategie bilden könnten, im Zuge des globalen „Wettbewerbs der Regionen“ besonders gefährdet: Bedingt durch Überalterung und Abwanderung ist ein dramatischer Rückgang der Versorgungsmöglichkeiten mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sowie der öffentlichen Infrastruktur zu verzeichnen. Die Region wird mehr und mehr „abgehängt“, und die Alltagsbewältigung vollzieht sich zunehmend individualisiert - in Abhängigkeit von individueller Mobilität, externer Berufstätigkeit sowie überregionalen Kontakten. Insbesondere die Dörfer mutieren so zu Schlafdörfern, deren soziale Netze bereits jetzt spürbar verändert sind.
Die wenigen Versuche, dieser Abwärtsspirale eine Vision entgegenzusetzen, die den Potenzialen des ländlichen Raums gerecht wird, knüpfen in aller Regel an alte Traditionen an und bringen dabei ganz eigen-artige neue Formen solidarischen Wirtschaftens hervor.
Da diese noch zu wenig bekannt sind, entstand die Idee, ihre Protagonisten in einem Dokumentarfilm zu Wort kommen zu lassen, um zur Nachahmung und Umsetzung eigener Ideen anzuregen. Der Film wird montiert nach der Technik der „Talking Heads“, d.h. es kommen ausschließlich die interviewten AkteurInnen – Mitglieder gemeinschaftlicher Projekte ebenso wie Einzelpersonen, Einheimische und Zugewanderte, die sich bewusst für die Region entschieden haben – zu Wort.
Das Projekt ist eingebunden in die Tätigkeit des Vereins zur Förderung der Solidarischen Ökonomie e.V. in Kassel (gegründet April 2007), ehemals AG Solidarische Ökonomie an der Universität Kassel.
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Die Stiftungsgemeinschaft unterstützt das Medienprojekt beratend und finanziell.
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